Was ist Medical Gaslighting?

Von Medical Gaslighting spricht man, wenn medizinisches Personal Beschwerden von Patient*innen relativiert, anzweifelt oder vorschnell als übertrieben bewertet.

Um eine faire Gesundheitsversorgung zu erreichen, braucht es Sichtbarkeit, Wissen und die Bereitschaft, Vorurteile zu hinterfragen – in der Medizin und in der Gesellschaft.

Betroffene tragen keine Schuld. Ihre Erfahrungen sind Ausdruck struktureller Probleme, die zur Gender Health Gap beitragen. Ärzt*innen und medizinisches Personal sind Teil dieser Strukturen – und haben gleichzeitig die Möglichkeit, durch Sensibilität und reflektierte Praxis aktiv zum Wandel beizutragen.

Medical Gaslighting bedeutet, dass Beschwerden vorschnell auf Stress, Lebensstil oder psychische Faktoren zurückgeführt werden – ohne mögliche Ursachen gründlich abzuklären. Das verzögert Diagnosen und erschwert den Zugang zu geeigneten Therapien. Betroffene können durch die erfahrene Invalidierung das Vertrauen in sich selbst und in die Medizin verlieren. Manche entwickeln zusätzliche Belastungen oder vermeiden weitere Arztbesuche.

Ein wesentlicher Grund: Die Medizin ist historisch stark an männlichen Körpern orientiert. Geschlechtsspezifische Unterschiede in Symptomen, Medikamentendosierungen und Therapien sind oft unzureichend erforscht. Besonders FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen) erleben deshalb, dass ihre Erkrankungen in Forschung, Diagnostik und Versorgung übersehen werden – mit Folgen bis hin zur Kostenübernahme von Therapien oder der Anerkennung von Pflegegraden.

Was ist Medical Gaslighting?

Das Projekt

Diese Kampagne entstand 2024 aus einer Kooperation von Feministische Medizin e.V. und Mis(s)understood Bodies. Gemeinsam möchten wir für Medical Gaslighting sensibilisieren – sowohl Patient*innen als auch medizinisches Personal. Unser Ziel ist es, einen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs über eine geschlechtergerechte und gleiche Gesundheitsversorgung für alle zu leisten. Dabei geht es uns nicht ums Anklagen, sondern um Anregungen für ein kritisches, vorurteilsbewusstes Arbeiten im Gesundheitswesen.

Im Projekt berichten acht Betroffene von ihren Erfahrungen: Welche Sätze sie im Gespräch mit medizinischem Personal hörten, wie lange sie auf eine Diagnose warten mussten und welche Folgen das hatte. So werden geschlechtsspezifische Vorurteile im Gesundheitswesen sichtbar. Ihre Erlebnisse zeigen, wie sich trotz verschiedener Hintergründe, Orte, Altersgruppen und Diagnosen die Reaktionen auf ihre Symptome häufig überschneiden und Muster erkennen lassen.

Lösungsansätze

Hier erfährst du, was du direkt gegen Medical Gaslighting machen kannst:

Unsere Plakatmotive

Bist du neugierig auf die Plakatmotive? Hier kannst du sie dir anschauen und lesen, wie wir die individuellen Erfahrungen hinsichtlich der Gender Health Gap und des erfahrenen Gaslightings einordnen.

Du möchtest unser Projekt finanziell unterstützen?

Mit einem Beitrag für die Crowdfunding Kampagne hilfst du, neue Plakate zu drucken und die Reichweite des Projekts zu verstärken.

Du möchtest die Plakatmotive für eine Veranstaltung oder einen Space nutzen?

Schreib uns einfach eine E-mail mit deiner Anfrage und wir melden uns bei dir.

Je mehr Plakate überall hängen, desto besser!

Kontakt: feministmed@posteo.de Betreff: Plakatkampagne

Danksagung

Solidarischer Dank geht an all die Personen und Organisationen, die dieses Projekt unterstützt haben und die Umsetzung so erst möglich wurde!

Ohne kollektives Engagement, geteiltes Wissen und praktische Unterstützung wäre es nur eine Idee geblieben. Gemeinschaftliches Arbeiten bleibt für alle Beteiligten ein zentraler Wert – insbesondere dann, wenn wir einen Beitrag kreieren können, der zu mehr Sensibilität im Gesundheitswesen beitragen kann. Mit diesem Vorhaben wollen wir alte Strukturen aufbrechen und Patient*innen zuhören. Unser Dank gilt allen, die sich gemeinsam für eine solidarische medizinische Versorgung einsetzen: 

Einen weiteren Dank möchten wir an alle aussprechen, die dieses Projekt durch die eigene kreative Arbeit, inspirierende Ideen und die gezeigte Solidarität möglich gemacht haben. Besonders hervorheben möchten wir dabei:

  • Julia Vanessa Maier für das Konzept und künstlerische Gesamtleitung sowie die gelungene Grafik der Plakate

  • Verena Ziegler mit mis(s)understood bodies für die entscheidende Redaktionsarbeit und essenzielle Organisation